Kleine Zeichen

Im Tierkommunikation Basis Kurs die Angst meiner Katze besser spüren lernen

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Vier Sekunden. So lange dauert ungefähr das Fenster, bevor aus einer leicht angespannten Katze eine wird, die für den Rest des Tages nicht mehr auftaucht. Genau dieses Fenster versuche ich im Tierkommunikation Basiskurs besser zu erwischen - nicht das fertige Drama danach, sondern den Moment kurz davor, wenn die Angst meiner Tierschutzkatze aus Rumänien gerade erst zu kippen beginnt.

Meine Katze heißt Mira, sie kam vor einem halben Jahr als Straßenkatze aus Rumänien zu mir, und sie lebt seitdem größtenteils unsichtbar unter dem Sofa. Die Tierärztin findet organisch nichts, tippt aber auf ein klassisches Deprivationssyndrom von Straßenkatzen, wie es bei so einer Vorgeschichte häufiger vorkommt.

Skeptisch bin ich bei dem ganzen Thema nach wie vor, wahrscheinlich zu siebzig Prozent, aber inzwischen mache ich den Tierkommunikation Basis Kurs nicht mehr nur aus Verzweiflung, sondern weil ich verstehen will, wie man Angst bei einem Tier erkennt, bevor sie eskaliert. Dieser Text enthält Affiliate-Links zu genau diesem Kurs, und wenn du darüber buchst, bekomme ich eine Provision von etwa 25 Prozent, ohne dass sich für dich am Preis etwas ändert. Ich bin weder Tierärztin noch professionelle Kommunikatorin, nur jemand, die das gerade selbst durchprobiert.

Mit der Einhandrute für Tiere habe ich auch schon herumprobiert, aber das Pendeln ist nochmal ein ganz eigenes Thema, das hier nicht hingehört.

Notizen zur Angst-Beobachtung im Tierkommunikation Basiskurs neben einer Kaffeetasse auf dem Parkettboden

Vier Stufen, bevor Mira ganz verschwindet

Über die Zeit habe ich für mich eine Art Skala entwickelt, auch wenn das nach zu viel Grafikdesign-Denken klingt. Stufe eins: Sie liegt sichtbar im Raum, aber die Bewegungen werden kürzer und abgehackter. Stufe zwei: Sie zieht sich Richtung Sofa zurück, bleibt aber halb sichtbar. Stufe drei: Sie ist komplett verschwunden, aber ich höre noch ein leises Rascheln unterm Polster. Stufe vier: absolute Stille, oft für Stunden, und ab da geht aus meiner Erfahrung nichts mehr außer warten. Es ist ein bisschen wie bei einem Kollegen, der grundsätzlich wenig redet, man lernt, an Kleinigkeiten zu erkennen, ob gerade ein guter oder ein schlechter Tag ist, lange bevor überhaupt ein Wort fällt.

Noa aus meinem Kurs, die statt einer Katze einen Hund hat, schickt mir ab und zu Sprachnotizen von ihren eigenen Übungen, und bei ihrem Hund sieht dieselbe Angst komplett anders aus, er wird hibbelig und laut, während Mira in genau die andere Richtung kippt und zu Stein wird.

So reagiere ich auf jede einzelne Stufe

Bei Stufe eins mache ich am wenigsten: Ich bleibe, wo ich bin, und werde selbst langsamer, ohne extra etwas zu "senden". Bei Stufe zwei setze ich mich näher ans Sofa, aber ohne sie direkt anzustarren, das reine Anstarren macht es bei Mira eher schlimmer. Ab Stufe drei geht es für mich nur noch darum, überhaupt einen sicheren Raum zu schaffen, nicht mehr darum, etwas zu erreichen. Früher hätte ich in dem Moment noch geredet oder mit Futter gelockt. Heute weiß ich: Das verlängert es nur.

Wie sieht meine tägliche Übung im Basiskurs aus?

Die Wohnung liegt im zweiten Stock eines Gründerzeithauses in Gohlis, der Flur ist schmal, und das Dielenparkett hat unter dem Fenster inzwischen hellere Streifen, weil ich dort fast jeden Morgen auf demselben Fleck sitze, mit einem dicken Wollkissen davor, das ich längst nicht mehr wegräume.

Meine Freundin Philippa, die als UX-Designerin arbeitet, hat es letztens so genannt: ein User-Research-Problem, nur dass die Nutzerin eine Katze ist und mir kein einziges Interview gibt. Ganz falsch ist das nicht.

Ganz konkret mache ich die Übung inzwischen zu einer festen Zeit am Tag, nicht spontan zwischendurch, weil Mira dann selbst ruhiger ist als abends, wenn im Haus mehr Geräusche sind. Und ich höre bewusst auf, bevor ICH ungeduldig werde, nicht erst dann, wenn gar nichts mehr passiert. Am Anfang war genau das mein Fehler: Ich habe weitergemacht, bis ich selbst angespannt war, und diese Anspannung hat sich offenbar übertragen.

Neulich saß sie auf einmal direkt neben mir auf dem Boden, nah genug, dass ich die Wärme ihres Fells an meinem Bein spürte, bevor ich sie überhaupt bemerkt hatte. Kein Signal, das irgendwo im Kurs beschrieben wird, einfach nur: Sie war da, und sie ist geblieben.

Hand auf dem Dielenboden während einer Basiskurs-Übung, um die Angst der Katze bewusster zu spüren

Hat die Bachblütenessenz überhaupt etwas gebracht?

Kurz zur Ehrlichkeit, weil das hier kein Werbetext werden soll: Ich habe Mira wochenlang eine Bachblütenessenz namens Rescue ins Trinkwasser gemischt, weil eine Bekannte schwor, das würde ängstliche Tiere spürbar runterbringen. Verändert hat sich dadurch bei ihr schlicht nichts, kein ruhigerer Schwanz, kein früheres Rauskommen, nichts, das ich hätte festmachen können.

Genau in solchen Phasen, in denen rein gar nichts wirkt, hilft es, bewusst Zweifel zu überwinden, statt gleich alles hinzuschmeißen. Vielleicht wirkt die Essenz bei anderen Tieren anders, vielleicht hätte ich länger dranbleiben müssen. Bei uns war es am Ende einfach ein weiterer Versuch auf der Liste der Dinge, die nicht gezogen haben.

Alles, was noch dazugehört, aber hier nicht mein Thema ist

Hier sind übrigens die Themen aus dem Tierkommunikation Basis Kurs, die ich hier bewusst nicht vertiefe, auch wenn sie alle irgendwie dazugehören.

Wie man sich überhaupt richtig vor das Sofa setzt, ist zum Beispiel ein eigenes Thema für sich, genauso wie das Senden von inneren Bildern, im Unterschied dazu, Bilder aktiv zu einem Tier zu schicken statt nur zu empfangen. Ob ein kleines Zeichen echt ist oder Einbildung, verdient eine eigene ausführliche Antwort, ebenso wie die erste Woche, in der schlicht gar nichts passiert. Übungen aus der Distanz, ohne im selben Raum zu sitzen, gehören dazu, genauso wie das genaue Lesen von Ohren- und Blinzel-Sprache am Sofa. Blockaden im Kopf, die Bilder rausfiltern, und der Unterschied zwischen eigenen Gedanken und echten Eindrücken sind Dauerthemen im Kursforum, aber nicht das, worum es mir hier geht. Gefühle wahrzunehmen, ganz ohne jedes Bild, ist nochmal eine andere Fähigkeit als das, was oben beschrieben steht. Vertrauen aufzubauen, ohne zu drängen, feste Routinen, die einer Straßenkatze aus Rumänien Sicherheit geben, die eigene Intuition trotz Skepsis zu trainieren, sich mental auf den nächsten Tierarztbesuch vorzubereiten, im eigenen Kopf erstmal zur Ruhe zu kommen, und die Frage, ab wann ein nächster Kursschritt überhaupt sinnvoll ist, all das sind eigene Kapitel für sich. Was so eine Straßenkatze an alter Geschichte mitbringt und wie man mental damit arbeitet, ist ebenfalls ein größeres Thema, das mehr Platz braucht, als hier ist.

Am Ende bleibt vor allem eine Sache hängen

Der Tierkommunikation Basis Kurs hat mir vor allem eines gebracht: einen Blick für den Moment kurz bevor die Angst eskaliert, nicht erst danach.

Ersetzen kann und soll das keinen Tierarztbesuch. Wenn Mira von heute auf morgen aufhört zu fressen, fahre ich in die Klinik, egal welche Stufe der Skala gerade angezeigt ist. Tierkommunikation ist für mich eine Ergänzung, kein Ersatz für tierärztliche oder verhaltenstherapeutische Betreuung.

Ob ich irgendwann den Tierkommunikation Aufbaukurs mache, weiß ich noch nicht, dafür bin ich mit den Grundlagen noch nicht durch genug. Falls du selbst gerade mit einer ähnlich verschlossenen Katze am Küchentisch sitzt und dich fragst, ob du dir das nur einbildest: Fang klein an, mit der nächsten Stufe auf der Skala, nicht mit dem großen Ganzen.

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