Kleine Zeichen

Warum ich meine Beobachtungen zur Tierkommunikation als Grafikdesignerin zeichne

Was macht man eigentlich, wenn eine Tierschutzkatze aus Rumänien einen nur als zwei bernsteinfarbene Punkte unter dem Sofa wahrnimmt, und man ihr trotzdem etwas mitteilen will, wofür einem die eigenen Worte fehlen? Diese Frage stelle ich mir öfter, als mir lieb ist, seit Mira bei mir eingezogen ist und sich vor allem für die Unterseite meines Sofas entschieden hat.

Kurzer Hinweis vorweg: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Kaufst du über einen davon etwas, bekomme ich eine Provision, ohne dass es dich mehr kostet. Ich empfehle hier ausschließlich den Kurs, den ich gerade selbst in meinem Wohnzimmer durchziehe, meine vollständige Offenlegung gibt's hier. Eine Tierärztin bin ich nicht und habe null medizinische Ausbildung – Tierkommunikation ist für mich ein Versuch, Mira besser zu verstehen, kein Ersatz für den Profi.

Meine Antwort darauf, so unfertig sie klingt: zeichnen, nicht schreiben. Die rationale Grafikdesignerin in mir, die sonst nur in Raster und Kontrast denkt, hätte diesen Satz vor nicht allzu langer Zeit für ziemlich hanebüchen gehalten. Auf die Idee gebracht hat mich eine Freundin, die montags selbst im Werk 2 Lindy Hop tanzt und mit Katzen sonst herzlich wenig am Hut hat – umso überraschter war ich, dass ausgerechnet sie mir Tierkommunikation vorschlug, halb im Scherz, wie sie danach beteuerte.

Warum ein Skizzenbuch und kein Tagebuch?

Am Anfang des Tierkommunikation Basis Kurses passierte: nichts. Absolut gar nichts. Ich saß da, versuchte mich zu entspannen, wartete auf irgendein Bild oder Gefühl, und mein Kopf lieferte mir stattdessen nur die To-do-Liste für mein aktuelles Branding-Projekt. Von den sogenannten mentalen Bildern, von denen im Kurs ständig die Rede ist, kam bei mir erst mal rein gar nichts an, und ich fühlte mich wie eine totale HOCHSTAPLERIN.

Es musste auch nicht das große, reglose Sitzen vor dem Sofa sein, das ich mir anfangs vorgestellt hatte – manchmal reichte es, kurz innezuhalten und genau hinzusehen.

Also griff ich zu dem, was ich kann: meinem Skizzenbuch. Wenn ich versuche, Gefühle oder Eingebungen in Worte zu fassen, klingen sie sofort schwer und falsch. Auf dem Papier dagegen darf ein Gefühl einfach eine gelbe, wabernde Fläche sein, ohne dass ich mich dafür rechtfertigen muss.

Ich weiß noch, wie die Dielen unter meinen Socken leise knarrten, während ich mich Zentimeter für Zentimeter näher ans Sofa schob, den Stift schon in der Hand.

Nahaufnahme eines Skizzenbuchs mit abstrakten gelben Formen und einem Bleistift auf Dielenboden – Beobachtungsskizze zur Tierkommunikation mit einer Tierschutzkatze

Ob ich mir das nur einbilde

Die Frage, ob das gerade meine eigene Fantasie ist oder wirklich etwas von Mira kommt, kann ich bis heute nicht sauber trennen. Bilder kommen bei mir ohnehin selten – meistens sind es eher Gefühle, ein Druck auf der Brust oder ein Kribbeln im Nacken, das ich dann in Linien übersetze. Im Tierkommunikation Basis Kurs die Angst meiner Katze besser spüren zu lernen, hilft mir dabei, solche flüchtigen Eindrücke festzuhalten, bevor mein Kopf sie wieder als Quatsch abstempelt.

Neulich habe ich mit dem Handy blind unters Sofa fotografiert, ohne selbst hinzusehen, und als ich mir das Bild danach angeschaut habe, blickte Mira direkt in die Kamera zurück, ohne wegzuzucken. Kein Schnurren, kein großer Moment – nur dieser eine Blick auf dem Bildschirm, der mich seltsam getroffen hat.

Ob sie dabei die Ohren angelegt oder die Augen leicht zusammengekniffen hatte, lässt sich an meiner Zeichnung danach oft klarer ablesen als am echten Foto – ihre Körpersprache sicher zu deuten, traue ich mir trotzdem nach wie vor nicht zu. Ganz ähnlich ist es ja auch im Job, wenn eine Kollegin wenig redet: Man liest die Stimmung an Kleinigkeiten ab, nie an einem einzigen eindeutigen Zeichen.

Eine Wolldecke, ein Pendel und viel Frust

Bevor der Kurs überhaupt anfing, hatte ich schon einiges probiert. Eine Wolldecke mit meinem eigenen Geruch hatte ich mal unters Sofa gelegt, in der Hoffnung, dass sie Mira beruhigt – die hat sie drei Tage komplett ignoriert und irgendwann als Kratzunterlage benutzt.

Genauso wenig hat bei mir dieses Set zur Selbsthilfe mit der Einhandrute für Tiere funktioniert. Es liegt seit Wochen ungenutzt neben meinem Grafiktablet. Jedes Mal, wenn ich das Ding in die Hand nehme, fühle ich mich wie eine Schwindlerin in meiner eigenen Wohnung, und vielleicht bin ich für diese Art, Antworten zu suchen, einfach noch nicht bereit.

Distanzarbeit, also ihr auch aus einem anderen Zimmer heraus etwas zu schicken, habe ich aus genau demselben Grund bisher komplett gelassen.

Wenn im Kopf einfach nichts kommt

Manchmal ist im Kopf einfach dichtes Rauschen, egal wie sehr ich mich hinsetze. An solchen Tagen hilft mir keine Übung, sondern eine Runde um den Lene-Voigt-Park, bevor ich es noch mal versuche – dort wird der Kopf schneller leer als auf dem Sofa.

Meine Intuition trainiere ich dabei sowieso nebenbei mit, auch wenn mein innerer Skeptiker das nur ungern zugibt.

Und an den wirklich schlechten Tagen schreibe ich einfach: 'Mittwoch: Mira hat mich angeblinzelt. Oder sie hatte Staub im Auge. Kaffee war gut.' Kein Bild, keine Botschaft – nur ein Satz, der ehrlich zugibt, dass nichts passiert ist.

Zeichnen als Sicherheitsnetz für eine ängstliche Tierschutzkatze

Vertrauen aufzubauen, ohne sie dabei zu bedrängen, ist eigentlich das, worum es die ganze Zeit geht. Wenn ich versuche, einen sicheren Raum für meine Angstkatze zu schaffen, stelle ich mir das in Farben vor, nicht in Sätzen. Ich zeichne Mira nicht als das Häufchen Elend, das sie manchmal ist, sondern die Wärme, die ich ihr schicken will.

Bilder aktiv zu senden, statt nur auf welche zu warten, ist eine Übung aus dem Kurs, an die ich mich gerade erst herantaste.

Eine scheue Tierschutzkatze schaut vorsichtig unter einem grünen Samtsofa hervor – Fortschritt bei der Eingewöhnung nach der Vermittlung aus Rumänien

Dass eine Straßenkatze wahrscheinlich einiges an Trauma mit sich herumträgt, war mir schon vor dem Kurs klar, auch ohne dass ich das genauer analysiert hätte. Feste Routinen geben ihr dabei vermutlich mehr Sicherheit als jede einzelne Übung, und auf den nächsten Tierarztbesuch will ich mich diesmal mental besser vorbereiten, auch wenn ich noch nicht weiß, ob das am Ende wirklich etwas ändert.

Lohnt sich der Basis Kurs überhaupt?

Ob sich der Tierkommunikation Basis Kurs lohnt, kann ich nur für mich beantworten, und selbst das nur vorläufig. Für mich war er ein guter Start, weil er einen nicht mit Theorie erschlägt, sondern wirklich machen lässt, oft nur wenige Minuten am Tag.

Wann ein Aufbaukurs danach sinnvoll wäre, kann ich noch nicht sagen – dafür müsste der Basis Kurs bei mir erst mal richtig sitzen, und so weit bin ich noch lange nicht.

Es lohnt sich, deine Beobachtungen aufzuschreiben oder zu zeichnen, statt sie nur im Kopf zu behalten. Manchmal sieht man Fortschritt erst, wenn er schwarz auf weiß oder in bunten Skizzen vor einem liegt. Und falls bei dir gar nichts passiert: Zumindest hast du danach ein paar interessante Zeichnungen von Staubflusen unter dem Sofa.

Wird die Angst deiner Katze schlimmer oder verändert sie sich körperlich, geh bitte zuerst zum Tierarzt oder zu einer professionellen Verhaltensberatung – wir befinden uns hier im Experimentiermodus, nicht im Notfallmodus.

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